Mathieu Bihet fordert Europa auf, die Versorgungssicherheit mit medizinischen Radioisotopen zu stärken

Anlässlich der heutigen formellen Tagung des Rates der europäischen Energieminister in Luxemburg forderte der belgische Föderalminister für Energie, Mathieu Bihet, die Europäische Kommission auf, die Umsetzung der Schlussfolgerungen des Rates zur Versorgungssicherheit mit medizinischen Radioisotopen voranzutreiben.

Auf Initiative Belgiens und der Niederlande bot diese Diskussion die Gelegenheit, ein strategisches Thema wieder auf die Tagesordnung zu setzen, das für die Gesundheit der europäischen Bürger, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die strategische Autonomie der Union von Bedeutung ist. Dieser Ansatz wird von zahlreichen Mitgliedstaaten unterstützt, darunter Luxemburg, Frankreich, Portugal, Litauen, Tschechien, Slowenien, Polen, Kroatien, Malta und Rumänien.

Wenn von Kernenergie die Rede ist, denkt man oft an Stromerzeugung. Diese Technologie ist jedoch auch zur Rettung von Menschenleben unerlässlich. Jeden Tag sind Tausende von Patienten in Europa auf medizinische Radioisotope angewiesen, um Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere schwere Krankheiten zu diagnostizieren oder zu behandeln“, betont Mathieu Bihet.

 

Jedes Jahr profitieren Millionen von Patienten von den Radioisotopen, die im Kernforschungszentrum SCK CEN in Mol (Belgien) mithilfe des Forschungsreaktors BR2 hergestellt werden. Im Jahr 2025 trug diese Produktion zur Diagnose und Behandlung von fast 13 Millionen Patienten weltweit bei – ein Rekord in der Geschichte des Reaktors und eine Leistung, die die strategische Rolle Belgiens in dieser für die Gesundheit so wichtigen Branche verdeutlicht.

Belgien nimmt bei der weltweiten Produktion medizinischer Radioisotope eine führende Stellung ein und will auch weiterhin eine treibende Kraft bleiben, um eine sichere, zuverlässige und nachhaltige Versorgung zum Wohle aller europäischen Patienten zu gewährleisten“, bekräftigt der Minister.

 

Unter der belgischen EU-Ratspräsidentschaft im Juni 2024 hatten die Mitgliedstaaten einstimmig Schlussfolgerungen verabschiedet, in denen sie die Europäische Kommission aufforderten, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Versorgungssicherheit mit medizinischen Radioisotopen zu stärken und die europäische Führungsrolle in diesem strategischen Sektor zu sichern.

Zwei Jahre später ist Belgien der Ansicht, dass es an der Zeit ist, diese Verpflichtungen in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Belgien weist insbesondere darauf hin, dass die langfristige Versorgungssicherheit auf wirtschaftlich tragfähigen Marktbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette beruht. Diese sollen es den Marktteilnehmern ermöglichen, die Investitionen und Kosten zu decken, die für die Instandhaltung, Modernisierung und Erneuerung der Produktionskapazitäten erforderlich sind, um den Fortbestand dieses Sektors zu gewährleisten.

„Kein Patient sollte aufgrund einer unzureichenden Versorgung mit medizinischen Radioisotopen auf eine Behandlung verzichten müssen. Angesichts einer Nachfrage, die in den kommenden Jahren stark ansteigen wird, müssen wir die Resilienz der gesamten Wertschöpfungskette stärken und die nötigen Investitionen sicherstellen, um die europäischen Produktionskapazitäten aufrechtzuerhalten und auszubauen“, erklärt der Energieminister.

 

Mit der Wiederaufnahme dieser Frage auf die Tagesordnung des Rates beabsichtigt Belgien, das starke europäische Engagement zu diesem Thema aufrechtzuerhalten, das die Gesundheit der Patienten, die wissenschaftliche Exzellenz und die strategische Autonomie der Union unmittelbar betrifft.

Belgien und Europa verfügen in diesem Bereich über weltweit anerkanntes Know-how. Wir tragen die Verantwortung dafür, diesen Vorsprung zu erhalten und jedem europäischen Patienten einen sicheren und dauerhaften Zugang zu diesen lebenswichtigen Behandlungen zu gewährleisten“, so Mathieu Bihet abschließend.