Einrichtung der Arbeitsgruppe über SMR im Rahmen des interföderalen Plans MAKE 2025–2030

 
Der Föderalminister für Energie, Mathieu Bihet, hat am Dienstag im Rahmen des interföderalen Plans MAKE 2025–2030 offiziell die Arbeitsgruppe für kleine modulare Reaktoren (SMR) ins Leben gerufen. Diese Initiative zielt darauf ab, die betroffenen Akteure zusammenzubringen, um sowohl den Bedarf als auch die Rolle zu untersuchen, die diese Technologien in der energetischen und industriellen Wertschöpfungskette in Belgien spielen können.

An dieser Auftaktveranstaltung nahmen die wichtigsten Akteure des belgischen Energie- und Industriesektors teil, darunter Agoria, AKT, die Generaldirektion Energie, Elia, Essenscia, FEBEG, Febeliec, die FEB/VBO, das SCK CEN, VOKA sowie Vertreter der Kabinette von Minister Clarinval und der föderierten Gebietskörperschaften. In einleitenden Vorträgen wurde zudem der Rahmen für die Arbeiten abgesteckt; dabei kamen Vertreter der Kernenergieagentur (NEA), der Europäischen Kommission, der FEB und der AFCN zu Wort.

Zur Erinnerung: Der Plan MAKE 2025–2030 zielt darauf ab, die industrielle Basis Belgiens zu stärken, wobei insbesondere auf wettbewerbsfähige, steuerbare und CO₂-freie Energie gesetzt wird. Er basiert auf einem neuartigen Ansatz, der eine Überzeugung widerspiegelt, die mittlerweile von der Föderalregierung, den Regionen, den Branchenverbänden und den Wirtschaftsakteuren weitgehend geteilt wird.
 

 

Ein neuer Meilenstein

Die eingeleiteten Maßnahmen stehen im Einklang mit dem Gesetz vom 17. Mai 2025, das die Rückkehr der Kernenergie in unserem Land ermöglicht hat. „Belgien legt derzeit den Grundstein für eine wegweisende Nuklearstrategie, die auf einem von der IAEO genehmigten und bewährten Governance-Modell basiert und in der Lage ist, alle Aspekte eines modernen Programms zu steuern“, erklärt Mathieu Bihet. 

Angesichts geopolitischer Spannungen, des Wettbewerbsdrucks und der Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energieabhängigkeit beabsichtigt die Regierung, die Souveränität des Landes durch den Ausbau eigener Produktionskapazitäten zu stärken.

In dieser Hinsicht stellen SMR einen vielversprechenden technologischen Ansatz dar. Da sie flexibler und für bestimmte industrielle Anwendungen potenziell besser geeignet sind, könnten sie den heutigen Bestand an Kernkraftwerken ergänzen und zur Dekarbonisierung der Wirtschaft beitragen.

Die industrielle Wiederbelebung Belgiens beruht auf reichlich vorhandener und wettbewerbsfähiger Energie. Mit dieser Arbeitsgruppe machen wir einen konkreten Schritt vorwärts, um die Rolle zu bewerten, die SMR in unserer Energie- und Wirtschaftsstrategie spielen können“, erklärt der Föderalminister für Energie.

 

Ein pragmatischer und gemeinschaftlicher Ansatz 

Die Arbeitsgruppe bietet die Möglichkeit, die wichtigsten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Entwicklung von SMR anzugehen, darunter technologische Entscheidungen, Kapazitätsbedarf, Netzintegration, Fragen der Raumplanung und Genehmigungen, Finanzierungsmodelle sowie Fragen der Akzeptanz.

Die Arbeiten werden auf einem offenen und pragmatischen Ansatz beruhen, der in der Realität verankert ist. Ein Bottom-up-Ansatz, der auf einem aktiven Eingehen auf die Bedürfnisse der Industrie, einem genauen Verständnis der Erwartungen der Betreiber und der Valorisierung der Fähigkeiten belgischer Unternehmen basiert, sei es in den Bereichen Engineering, Fertigung, Dienstleistungen oder Innovation.

Sie werden das gesamte Ökosystem umfassend einbeziehen und Industrieakteure, Energieversorger, Forschungszentren und Behörden im Rahmen einer gemeinsamen Konsultation eng zusammenbringen. Dieser Konsultationsprozess wird sich über einen Zeitraum von sechs bis sieben Monaten erstrecken, wobei die Interessengruppen aktiv einbezogen werden und eine Validierungsphase vorgesehen ist, an deren Ende Empfehlungen vorgelegt werden.

 

Eine echte Chance für unser Land 

Diese Initiative ist Teil einer umfassenderen Innovationsdynamik, die sich insbesondere im Projekt EAGLES widerspiegelt, durch das Belgien bereits eine Vorreiterrolle bei den Nukleartechnologien der neuen Generation einnimmt. Sie stützt sich zudem auf eine zunehmende Abstimmung zwischen den verschiedenen Entscheidungsebenen. Diese Dynamik wird in enger Abstimmung mit den Regionen und ihren zuständigen Ministern vorangetrieben, insbesondere mit Matthias Diependaele in Flandern und Adrien Dolimont in Wallonien

Durch unsere Zusammenarbeit haben wir die einmalige Gelegenheit, unser Land als führenden Akteur in Europa zu positionieren. Die SMR-Arbeitsgruppe knüpft an diese Dynamik an, und zwar in einem Umfeld, in dem Energiefragen mehr denn je im Mittelpunkt des internationalen Interesses stehen“, betont Mathieu Bihet.

Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe, die auf der Grundlage eines Konsultationsverfahrens mit den Interessengruppen erarbeitet wurden, werden in die künftigen strategischen Entscheidungen im Energiebereich einfließen und dazu beitragen, Belgiens Position in einem im Umbruch befindlichen europäischen Kontext zu festigen.