Eine deutlichere und transparentere Energierechnung

Der Ministerrat hat heute auf Vorschlag des Föderalministers für Energie Mathieu Bihet und des Verbraucherschutzministers Rob Beenders einen Vorentwurf eines Gesetz verabschiedet, das die Energierechnung vereinfachen soll, um sie verständlicher, transparenter und damit besser vergleichbar zu machen. Diese Reform verleiht dem starken Engagement aus dem Regierungsabkommen, den Energiemarkt übersichtlicher zu gestalten und die Verbraucher besser zu schützen, einen konkreten Ausdruck. 

Für viele Haushalte und Bürger ist es heute schwierig, ihre Energierechnung zu verstehen oder die verschiedenen Angebote auf dem Markt einfach zu vergleichen. Einige Verträge enthalten komplexe Tarifstrukturen, zeitlich variable Preise oder bedingte Rabatte, die die tatsächlichen Kosten verschleiern. Das Ergebnis: Die Verbraucher finden sich nicht mehr zurecht und wählen nicht immer das Angebot, das ihren Bedürfnissen am besten entspricht. „Heute braucht man einen Doktortitel, um eine Energierechnung vollständig zu verstehen. Morgen soll ein Blick genügen“, bestätigt Mathieu Bihet.  

Die Regierung möchte daher, dass jeder Verbraucher in Belgien genau weiß, was er bezahlt, wie hoch die tatsächlichen Kosten seines Vertrags sind und wie dieser im Vergleich zu anderen verfügbaren Angeboten abschneidet. Diese Transparenz ist unerlässlich, um den Wettbewerb zu fördern und die Energiekosten bezahlbar zu halten. 

„Die derzeitige Situation ist nicht normal, die Bürger haben ein Recht zu verstehen, wofür sie bezahlen. Wir werden daher die Transparenz der Energierechnungen verbessern, damit die Verbraucher ihre Kosten in voller Sachkenntnis besser verstehen und vorhersehen können", betont der Föderalminister für Energie. 

 

Was ändert sich konkret? 

Diese Reform umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die insgesamt dazu beitragen, die Energierechnung transparenter und verständlicher zu machen. Sie basieren auf den Empfehlungen der Energieregulierungsbehörde (CREG) und werden nun gesetzlich verankert. 
 

1. Eine feste und transparente Preisstruktur für alle Verträge 

Die Versorger dürfen nur zwei Posten in Rechnung stellen: eine Grundgebühr und einen Preis pro kWh (fest oder variabel). 

Keine versteckten Zuschläge mehr: Die Rechnungen werden übersichtlicher und die Angebote leichter vergleichbar, sodass der Markt vollständig zum Tragen kommt.
 

2. Ein QR-Code und ein direkter Link zur Preisliste

Jede Rechnung, E-Mail oder jedes Vertragsdokument muss einen QR-Code oder einen Link zur Preisliste des laufenden Vertrags enthalten. Mit einem Klick kann der Verbraucher so seinen Vertrag mit den neu verfügbaren Angeboten vergleichen. 
 

3. Gerechtere Regeln für Vertragsverlängerungen und Fixkosten 

Bei stillschweigender Vertragsverlängerung muss der Versorger den Kunden rechtzeitig und eindeutig informieren. 

Fixkosten dürfen hingegen nur noch anteilig für die Zeit in Rechnung gestellt werden, in der der Kunde tatsächlich vertraglich gebunden war. Somit können ihnen keine Kosten mehr für einen Zeitraum in Rechnung gestellt werden, in dem sie die Vertragsleistung nicht in Anspruch genommen haben.
 

4. Verbot irreführender Rabatte und aufeinanderfolgender Preise innerhalb desselben Vertrag 

Bedingte Rabatte, die den tatsächlichen Preis verschleiern, und Formeln, bei denen sich der Preis während der Vertragslaufzeit ändert, werden verboten. Dies schützt die Verbraucher vor irreführenden Geschäftspraktiken, die immer wieder zu Unklarheiten führen. 

 

Was bedeutet das für den Verbraucher? 

  • Ein besseres Verständnis dafür, was er tatsächlich bezahlt. 

  • Ein schnellerer und intuitiverer Vergleich der Angebote. 

  • Ein besserer Schutz vor irreführenden Angeboten. 

  • Mehr Kontrolle über seine Energierechnung. 


Das Ziel ist einfach: Die Verbraucher sollen besser informiert werden, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können, ganz im Sinne der Vereinbarungen aus dem Regierungsabkommen. Ergänzend zu diesen Maßnahmen wird die Energieregulierungsbehörde künftig jedes Jahr einen Bericht über die Markttransparenz und die Entwicklung der Preisvergleichbarkeit veröffentlichen. 

Mathieu Bihet, Bundesminister für Energie: „Die Energierechnung darf kein Kopfzerbrechen bereiten. Mit dieser Reform machen wir sie verständlicher, gerechter und letztendlich vergleichbar. Ein Verbraucher, der vergleichen kann, zahlt weniger. Das ist das Ziel: ein transparenter Markt, der die Bürger stärkt und die Energierechnung unter Kontrolle hält.“ 

Rob Beenders, Verbraucherschutzminister: „Viele Energieversorger gewähren oft irreführende Rabatte, um günstiger zu erscheinen, obwohl sie es gar nicht sind. Wir werden dafür sorgen, dass der Energievertrag, den Sie aufgrund Ihres Verbrauchs wählen, immer der günstigste ist. Auf diese Weise können drei Millionen Haushalte bis zu 500 Euro pro Jahr bei ihrer Stromrechnung einsparen.“