MAKE 2025-2030 : Energie als zentraler Hebel des Plans zur Wiederbelebung der Industrie
Belgien hat eine beispiellose interföderale Zusammenarbeit auf den Weg gebracht, um die Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie zu stärken und ihre Reindustrialisierung zu unterstützen. In einem Umfeld, das durch hohe Energiekosten, Investitionsbedarf in die Infrastruktur und verstärkten internationalen Wettbewerb gekennzeichnet ist, bietet der Plan „MAKE 2025-2030“ konkrete und abgestimmte Antworten auf diese Herausforderungen.
Gemäß dem Beschluss des Ministerrats vom 23. Mai 2025 hat die Föderalregierung in enger Zusammenarbeit mit den Regionen und den Akteuren der Industrie verschiedene Arbeitsgruppen unter Einbeziehung der Arbeitgeber- und Branchenverbände eingerichtet.
Die Arbeitsgruppe „Energie“ unter dem Vorsitz des Föderalministers für Energie ist eine zentraler Pfeiler von MAKE 2025-2030. Die Schlussfolgerungen spiegeln ein klares Ziel wider: gleichzeitig auf die Energiekosten und die Entwicklung der Infrastrukturen einwirken, im Sinne einer interföderalen Koordinierung und einer Übereinstimmung mit den europäischen Prioritäten.
„Mit der Energienorm haben wir einen stabilen Rahmen geschaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu schützen und gleichzeitig die Energiewende zu begleiten. MAKE 2025-2030 setzt diese Reform fort, indem er der belgischen Industrie operative und koordinierte Hebel zur Verfügung stellt“, erklärt Mathieu Bihet.
Energiekosten
Was die Energiekosten anbetrifft, werden die Arbeiten dazu beitragen, Hebel zu identifizieren, durch die die Auswirkungen der erforderlichen Investitionen auf die Fernleitungs- und Verteilungstarife verringert werden können. Der Aktionsplan sieht einen verstärkten Einsatz europäischer Finanzierungsinstrumente vor, insbesondere für Energieinfrastrukturen und Offshore-Projekte, sowie eine aktive Unterstützung für deren Flexibilisierung.
Die europäische Zusammenarbeit in der Nordsee wird vertieft und die Kosten für grenzüberschreitende Projekte werden besser verteilt. Die Aktivierung finanzieller Garantien durch Instrumente der Europäischen Union soll den Zugang zu CO2-freier Energie fördern, ohne negative Auswirkungen auf den Staatshaushalt zu haben. Die Preisüberwachung wird in Absprache mit der CREG und den Branchenverbänden vertieft. Dadurch wird ein noch genauerer Überblick über die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen gewonnen, was einem wichtigen Anliegen der Industrie entspricht. Schließlich wird die Vereinfachung des CRM weiter vorangetrieben, um die Einbindung der Akteure zu erleichtern und die Übersichtlichkeit des Systems zu verbessern.
Energieinfrastruktur
Der Aktionsplan räumt auch der Energieinfrastruktur einen hohen Stellenwert ein. Um den Ausbau einer CO₂-Infrastruktur zu unterstützen, wird die interföderale Zusammenarbeit gestärkt, um die Kooperation zwischen den verschiedenen zuständigen Behörden zu fördern und Instrumente zur Verringerung der finanziellen Risiken zu entwickeln. Es könnte auch eine harmonisierte Tarifstruktur entwickelt werden. Im Bereich Wasserstoff zielen die Arbeiten darauf ab, einen klaren und einheitlichen Rechtsrahmen zu schaffen. Die derzeitige föderale Strategie wird unter Berücksichtigung der Marktentwicklungen überprüft, und es wird ein spezielles interföderales Gremium eingerichtet, um Informationen auszutauschen und die Politik zwischen den verschiedenen Regierungsebenen so weit wie möglich aufeinander abzustimmen.
Angesichts der Herausforderungen hinsichtlich Überlastung und Leistung des Stromnetzes wird eine interministerielle Konferenz organisiert, um strukturelle Lösungen zu erarbeiten. In Zusammenarbeit mit den betroffenen Akteuren sind konkrete Maßnahmen geplant, insbesondere hinsichtlich der Überarbeitung des Prinzips „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, der Bereinigung der Wartelisten und einer effizienteren Verwaltung der Netzanschlussverfahren.
Eine interföderale Aufgabe
Die anderen Arbeitsgruppen von MAKE 2025-2030, die sich mit der Verteidigung wirtschaftlicher Interessen und der Verwaltungsvereinfachung befassen, ergänzen diesen umfassenden und koordinierten Ansatz, der für den industriellen Umschwung des Landes unerlässlich ist.
Die ausgearbeiteten Aktionspläne wurden heute dem Lenkungsausschuss vorgelegt. Ihre Umsetzung basiert auf einer klaren Priorisierung, einer sorgfältigen Überwachung und einer gemeinsamen Transparenz mit allen Beteiligten.
Schließlich wird im Rahmen des Plans MAKE 2025-2030 in den kommenden Monaten eine neue Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich speziell mit kleinen modularen Reaktoren (SMR) befassen wird. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, die betroffenen Akteure zusammenzubringen, um einen operativen Fahrplan für die effiziente und kohärente Integration der SMR in das belgische Energiesystem zu erstellen. Sie wird sich insbesondere mit den technologischen Entscheidungen, dem Kapazitätsbedarf, der Netzintegration, den Herausforderungen der Raumplanung und der Erteilung von Genehmigungen, den Finanzierungsmodalitäten sowie Fragen der gesellschaftlichen Akzeptanz befassen.
Mathieu Bihet, Föderalminister für Energie: „Der Plan MAKE 2025-2030 zeigt, dass Belgien in der Lage ist, koordiniert, pragmatisch und ehrgeizig zu arbeiten. Die Ergebnisse spiegeln eine Grundlagenarbeit mit den Regionen und Sektoren wider und führen zu konkreten Maßnahmen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung unserer industriellen Basis und unserer Position in Europa. “
Weitere Einzelheiten
Teilnehmer der AG Energie
Agoria, AKT for Wallonia, Energia, Essenscia, Febeliec, Fedustria, Fevia, UCM, UNIZO, VBO-FEB, Voka.
An den Sitzungen beteiligte Kabinette
De Wever, Clarinval, Diependaele, Depraetere, Dolimont, Jeholet, Neven, Maron.
Zeitplan
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30. Juni 2025: erste Sitzung des Lenkungsausschusses und Beginn der Arbeiten
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3. September 2025: erste Einführungsbesprechung der AG Energie
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2. Oktober 2025: zweite Sitzung der AG Energie
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17. November 2025: dritte Sitzung der AG Energie
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14. Januar 2026: abschließende Sitzung der AG Energie, Präsentation der ausgewählten Maßnahmen
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27. Januar 2026: zweite Sitzung des Lenkungsausschusses