Belgien und die Niederlande verstärken ihre Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie
Die Niederlande und Belgien haben die Intensivierung ihrer Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie offiziell besiegelt. Diese Zusammenarbeit soll zu einem besseren Wissensaustausch und einer stabileren Lieferkette beitragen. Dadurch wollen die beiden Länder das Kernenergie-Ökosystem stärken. Diese Zusammenarbeit unterstreicht zudem die Bedeutung der Kernenergie für die Energiewende und die Energieunabhängigkeit beider Länder.
Der belgische Energieminister Mathieu Bihet und der niederländische Staatssekretär für Klima und grünes Wachstum, Jo-Annes de Bat, haben diese Pläne in einer Absichtserklärung („Memorandum of Understanding“ MoU) bestätigt, die im Rahmen des BENENUC26-Kongresses unterzeichnet wurde. Mit diesem Abkommen unterstreichen sie die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit zur Förderung eines effizienten, starken und leistungsfähigen Sektors.
Die Absichtserklärung (MoU) sieht vor, dass die Niederlande und Belgien bei der Schaffung einer breiteren Forschungsbasis (Forschung und Entwicklung) sowie bei der Intensivierung des Wissensaustauschs zusammenarbeiten werden. Zu diesem Zweck werden beide Länder regelmäßige Treffen abhalten. Die Niederlande können somit von dem industriellen Know-how und den Anwendungen profitieren, über die Belgien dank seiner größeren Anzahl an in Betrieb befindlichen Kernkraftwerken derzeit verfügt. Im Gegenzug können die Niederlande ihr Wissen aus dem Bau neuer Kernkraftwerke und der Entwicklung kleiner modularer Reaktoren (SMR) teilen. Dies betrifft insbesondere Standortstudien, Genehmigungen, Verfahren und Komponenten für (neue) Kernkraftwerke.
Darüber hinaus möchten die Niederlande und Belgien, dass (wissensbasierte) Unternehmen und Organisationen, die in der in der Wertschöpfungs- und Lieferkette des Nuklearsektors tätig sind, enger zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Aus diesem Grund werden die beiden Länder Innovationsmissionen ins Leben rufen, die wissensbasierte Unternehmen und Organisationen aus den Niederlanden und Belgien zusammenbringen. Wo immer möglich, werden die Behörden die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen fördern.
Darüber hinaus möchten beide Länder auch daran arbeiten, die Kenntnisse und Fähigkeiten derer zu verbessern, die im Nuklearbereich tätig sein werden. Auf dem Höhepunkt des Baus der Kernkraftwerke werden etwa 10.000 Arbeitskräfte benötigt, während für das gesamte Bauvorhaben durchschnittlich etwa 5.000 Arbeitskräfte zum Einsatz kommen werden. Dieses Ziel lässt sich insbesondere durch gemeinsame Ausbildungswege erreichen.
Mit dieser Absichtserklärung (MoU) bekräftigen die Niederlande und Belgien zudem ihre Bereitschaft, bei Lösungen für die Entsorgung, Zwischenlagerung und Endlagerung radioaktiver Abfälle eng zusammenzuarbeiten.
Mathieu Bihet, Föderalminister für Energie: „Zukünftige europäische Nuklearprojekte erfordern stabile Wertschöpfungsketten, hochqualifiziertes Fachpersonal und eine enge Zusammenarbeit zwischen Staaten, Forschungszentren und der Industrie.“ Belgien und die Niederlande verfügen über anerkannte Fachkenntnisse und wollen nun ihre Stärken bündeln, um zur Entwicklung eines robusteren, innovativeren und unabhängigeren europäischen Kernenergie-Ökosystems beizutragen.“
Jo-Annes De Bat, der niederländische Staatssekretär für Klima und grünes Wachstum: Die Niederlande befinden sich derzeit an einem Wendepunkt und haben Pläne zur Stärkung ihrer Energieunabhängigkeit durch einen höheren Anteil von Kernenergie am Energiemix. In einem sich schnell wandelnden Sektor, der ein hohes Maß an Fachkenntnissen erfordert, ist die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern unverzichtbar. Gemeinsam mit Belgien können wir unseren gemeinsamen Zielen die nötigen Impulse geben. So stärken wir den Sektor und tragen auch zu einer breiteren europäischen Dynamik bei.“